Nach 3 Jahren promovierte er zum Doktor der Medizin und nach weiteren 6 Jahren erschien ein ausführliches Werk über das menschliche Auge. Seine Werke sollen noch heute zum Grundwissen eines jeden Medizinstudenten gehören.

Zwischendurch wurde er als Professor für Botanik (!) zum Direktor des Botanischen Gartens in Göttingen berufen. Dort beschrieb er u.v.a. auch die "Rudbeckia (siehe letzter Blog-Beitrag)" die sich später als "Zinnie" entpuppte.

Wahnsinn wenn man bedenkt, dass Herr Zinn in der Zeit von 1727-1759 lebte - da gab es noch keine empfindlichen Messgeräte und von Computern ahnte man auch noch nichts.
Und wenn ich richtig gerechnet habe ist Herr Zinn nur 32 (!) Jahre alt geworden.
Für die jungen Leute von heute beginnt in diesem Alter oft erst die Karriere ...

(gelesen habe ich das in: "Dahlia, Fuchsia, Gerbera - ein unterhaltsames Handbuch über Pflanzengattungen und ihre Namenspatrone. Von Wilhelm Müller"
Aber eigentlich wollte ich ja über Dahlien schreiben.

Zugegeben, sie gehörten lange Zeit nicht zu meinen Lieblingspflanzen. Ursprünglich kamen auch sie wie die Zinnien aus Mexiko und damit sie in unseren Breitengraden überleben, muss man ihre Knollen gleich nach dem 1. Frost aus der Erde nehmen, trocknen und im Keller überwintern.
Dahlie Osirium:


Dieser Pflegeaufwand war auch dem Garten-Kolumnisten Jürgen Dahl (+ 2001) äußerst lästig.
Eigentlich mochte er diese Pflanze nicht. Ihm wirkte die Blüte zu künstlich.
Zitat von Dahl: "Irgendwie sehen sie alle so aus, als wären sie aus Buntpapier maschinell erzeugt ...".
Dahlie Stephanie Härtl:

Trotzdem hat er sie aus Höflichkeit in seinen Garten gepflanzt, denn einige seiner Besucher brachten ihm Dahlien mit. Sie fanden, dass Dahlien unbedingt zu Herrn Dahl gehörten!

Irgendwann mochte er dann seine Knollenpflanzen doch noch, denn er hat herausgefunden, dass man mit den Blütenblättern einen - Zitat - "bunten, herb-würzigen, säuerlich-aromatischen Salat" bereiten kann. Dafür hat er die Blätter abgezupft und mit wenig Öl, Essig und Salz angemacht. Das Argument, dass es nicht fein ist Blüten zu essen, zerschlägt er mit dem Hinweis, dass man auch vom Broccoli und der Artischocke skrupellos die Knospen aufisst. Und schließlich würde man die Blüten des Holunders sogar in Pfannkuchenteig tauchen!
Gelesen habe ich das in "Nachrichten aus dem Garten, von Jürgen Dahl"
Dahlie Bishop of Llandaff:


Auch ich mache ab und zu einen Dahliensalat. Allerdings vermische ich die Blütenblätter mit grünem Salat. Das schmeckt und sieht gut aus.
Dahlie Natal:

Oder wie wäre es mit einer roten Blütenbutter:
Das Rezept:
250 weiche Butter, Blüte von 1-2 Dahlien, etwas Honigsenf, die Schale von 1/2 geraspelten Zitrone und 1 Msp. Salz (vorzugsweise Fleur de Sel).
Schön und lecker!
Unbekannte Dahlie:

Übrigens: In meinem Garten ist ein Dahliensämling in einen alten Gartenstuhl ohne Sitzfläche hineingewachsen. Jetzt hat dieses "Bishopskind" Halt.





































